Silent Shores – MjF2020
Silent Shores – Montreux Jazz Festival 2020
Auch das diesjährige Montreux Jazz Festival konnte aus bekannten Gründen nicht stattfinden bzw musste ebenfalls wegen der Corona-Krise abgesagt werden. Das Komitee hatte dann im Juni einen künstlerischen Wettbewerb zur Gestaltung eines Plakates ausgeschrieben. Ich habe mit diesem Motiv daran teilgenommen. Zusammen mit den Ergebnissen vieler anderer Künstler ist dieses auf der Website des MjF hier in der Galerie zu sehen.
Wie viele andere bedaure auch ich, dass das Event nicht stattfinden konnte. Für viele Künstler und Musiker war das nicht nur schade, sondern ist nun auch existenziell bedeutend. Ich hoffe sehr, dass das MjF im nächsten Jahr wieder stattfinden kann.
Die Idee hinter dem von mir gestalteten Entwurf ist die Stille, die entsteht, wenn die Musik nur noch aus der abgeschirmten Konserve kommt. Auch wenn die Virtualität allseits gelobt und zelebriert wird mit „Stayhome“, home office, zoom calls, etc. brauchen wir doch unsere realen sozialen Kontakte und die sprich- und wortwörtlichen Umarmungen. Distancing macht uns emotional arm und schädigt auf Dauer u.a. auch unser Immunsystem (ja, ist so), welches wir doch gerade jetzt um so mehr brauchen. Musik hat schon immer die Menschen zusammen geführt. Wer musiziert, kann nicht streiten. Das Miteinander bei Konzerten ist immer wieder ein einmaliges Erlebnis, bei dem auch schon Freundschaften und Liebschaften entstanden sind. Musik verbindet. Und im Speziellen, wir vermissen die besondere Stimmung von Montreux, die Abende am See, mit fremden Menschen lachen. Einfach loslassen.
Diese Zeit wird vorübergehen. Und wir werden uns hoffentlich im Guten daran erinnern.
Leute vor meiner Kamera – Katja May
Anders als Ende 2019 mit dem ersten Video von und mit Uta Platzek von Look Freiburg geplant, wurde die Serie bedingt durch Corona unterbrochen. Der Lockdown hatte sich mehr oder weniger auch hier ausgewirkt. Nun ist es Juli 2020, wir haben jetzt Sommer und langsam beginnt das Leben wieder allenthalben, wenn auch noch mit Beschränkungen. Shootings im Studio waren eine zeitlang gar nicht möglich und wenn dann nur mit starken Einschränkungen. Spass geht wirklich anders. Aber es gibt ja unsere Hygienerichtlinien.
Apropos, dass Portraitshootings – auch wenn es ums Business geht, Freude machen können, davon erzählt hier Katja May, Eventmanagerin bei Spielplan4 aus Freiburg. Mit diesem kurzen Feature startet die Reihe nun wieder. Wie schon erwähnt, gibts die Videos in loser Reihenfolge. Es werden Menschen aus den unterschiedlichsten Bereichen zu Wort kommen. Was sie zu erzählen haben? Darauf freue ich mich auch schon und bin gespannt.
Das alles „stimmt“, dafür braucht es natürlich bei jeder Produktion eine gute Vorbereitung. Auch in Zeiten von digital und Photoshop ist dies das A und O. Der Zeitpunkt, wenn der Auslöser gedrückt wird ist nur ein kleiner Teil dessen was ein Shooting ausmacht. Das Bild, d.h. das Konzept entsteht schon lange vorher im Kopf. Dabei spielt es gar keine Rolle, um was für eine Produktion es sich dreht. Ob Portrait, Lifestyle, Business oder Corporate und Industrial, der Fokus ist das Ergebnis. Wie so ein Shooting einschliesslich der Vorbereitungen abläuft, das erfahrt Ihr HIER
Und zu den BusinessPortraits gehts HIER
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Grand Vide
Lange angekündigt, jetzt als Website online, mein Projekt Grand Vide. In „bonjour tristesse“ wird die Geschichte der kurzen amourösen Begegnung zweier Menschen in einem mondänen Badeort an der nordfranzösischen Atlantikküste in Bildern erzählt.
Trouville und Deauville, einst Hotspot der internationalen Hautevolee, strahlen immer noch den Charme vergangener Zeiten aus. Irgendwie scheint alles ein bisschen aus der Zeit gefallen. Die stete Gleichmässigkeit von Ebbe und Flut bestimmen in ihrer sonoren Gemächlichkeit das Leben der Menschen hier. Selbst die Pferde in den Hippdromen La Touques und Clairfontaine sind müssig unaufgeregt. Kommt man von Paris her, egal mit welchem Transportmittel, wird man unweigerlich aus der Hektik des Alltags herausgerissen und verfällt dem pittoresken Flair.
Das Rauschen des Meers, das allzeit präsente Gekrächze der Möwen, ab und zu unterbrochen von unwirklich scheinenden Gesprächslauten vom Strand hoch kommend. Ein Fischkutter bahnt sich seinen Weg durch den Hafen. Autos hupen. Menschen flanieren. Es ist Markt. Das Licht ist mild. Es ist das Gleiche, welches schon unzählige Maler inspirierte. Peter Lindbergh hat Tatjana Patitz darin fotografiert. Und letztlich hat es mich fasziniert und mitgenommen.
Über allem schwebt in der Luft dieses Lied von Charles Trenet – „La Mer“.
Der Weg von der Idee bis zur Realisierung dieses Projekts hat eine Weile gedauert. Es war ein Zufall, der mich zum ersten Mal nach einem langen Wochenende in Paris nach Deauville führte. Ich wollte einfach nur ans Meer und stand auf einmal an dem Strand, an dem sich einst Film- und Showgrößen ihr Stelldichein gaben. Das diffuse Licht, in welches die Szenerie eintauchte, nahm mich gefangen. Die Begegnung mit Peter Lindbergh tat ihr übriges. Es entwickelte sich die Idee zu Grand Vide, deren Umsetzung von den Leitlinien von DOGMA95 inspiriert wurde. Diesen folgend formulierte ich meine Eigenen für die Fotografie. Als massgebliches Medium lag Analog im KB-Format auf der Hand. Hier bei „bonjour tristesse“ habe ich nur mit s/w-Material gearbeitet. Ergänzt wurde dies mit farbigen Bildern, digital fotografiert, den aufgestellten Regeln nachkommend.
Die Geschichte einer kurzen Liebesbeziehung entwickelte sich nach und nach. Bewusst habe ich die „Ich“-Perspektive gewählt, um größtmögliche Intimität zu erzeugen. Mir war klar, dass als Protagonistin im Zusammenhang mit einer dreitätigen quasi 24h/24 Produktion dies die Auswahl hierfür deutlich einschränkte. Letztlich war es ein glücklicher Umstand, dass durch den Ausfall eines anderen Models meine Wahl auf Linda fiel, wobei es war mehr Bestimmung. Ich bin mir sicher, es sollte so sein. Linda hat sich in die Rolle voll umfänglich eingefügt. Gegenseitiges Vertrauen war eine der Grundlagen dafür. Mit Katharina Kulm fand sich dann recht kurzfristig die Visagistin. Ich bin sehr dankbar dafür, dass sie sich der Herausforderung gestellt hatte. Auch wenn wir stressige Tage hatten, war die Zusammenarbeit sehr angenehm.
Nach „bonjour tristesse“ sind weitere Stories geplant. Über allem stehen die Leitlinien des communiqué. Grand Vide bildet hierfür die Plattform.
Bonjour belle tristesse
Trouville et Deauville – la mer … Weite, Zeit des Nichtstuns, mondäne Architektur, Strandhäuser mit der Patina und dem Flair aus vergangenen Zeiten. Namen wie Jaques Tati, Françoise Sagan begleiten den Tag, das Licht inspiriert – und dies nicht nur Peter Lindbergh. Tatjana Patitz läßt warten …
Wir werden geleitet von Lars von Trier und seinem Dogma95. Kein großes Team, nur eine Kamera, die allein das Licht einfängt, was uns umgibt. Drei Tage an einem magischen Ort, drei Tage im Sommer 2013, die ich nicht missen will. Die ganze Geschichte mit allen Bildern und noch mehr Information über dieses Projekt gibts demnächst in einem eigenen Blog.
Fotografiert wurde fast nur auf s/w analogem Filmmaterial (KB). Model Linda T., Visagistin Katharina Kulm und ich
Das Lied von Charles Tränet liegt in der Luft … wir kommen wieder.

















